Knochenhautentzündung
Behandlung bei Knochenhautentzündungen
Eine sehr wichtige Vorbemerkung:
Die wichtigste Waffe der
speziellen Schmerztherapie ist die therapeutische Lokalanästhesie, also die
Behandlung mit einem (lang wirkenden) örtliche Betäubungsmittel in Form von
Infiltrationen und Nervenblockaden. Sind die Schmerzen auf eine Entzündung
zurückzuführen, wie bei dieser Erkrankung, so ist diese Behandlung nicht nur
symptomatisch (= also nicht nur auf das Krankheitszeichen
"Schmerz") ausgerichtet, sondern auch kurativ (=
heilend), da diese Therapie im behandelten Bereich neben der
Schmerzunterdrückung auch zu einer enormen Durchblutungssteigerung führt und
unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab, eine
uralte medizinische Weisheit. Wird die Entzündung durch Erreger (z.B. Bakterien)
verursacht, so führt die gesteigerte Durchblutung dazu, daß die verabreichten
Antibiotika nunmehr bei den Erregern auch "ankommen" und diese vernichten
können.
Daß Lokalanästhetika (=
örtliche
Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich
wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken
Sie hier.
Nun aber zum eigentlichen Thema
Die Kn ochenhaut (lat.: Per iost) umhüllt den Knochen und enthält reichlich Gefäße und Nerven.
Eine Knochenhautentzündung (Periosti tis) kann in 2 Formen auftreten:
Zu den einzelnen Knochenhautentzündungen:
Eine aseptische Knochenhautentzündung kann durch Schlag,
Stoß oder mechanische Reibung entstehen, häufig im Rahmen von sportlichen
Aktivitäten. Häufige Lokalisationen:
Schienbein,
Ellenbogen, aber auch Schambein.
Diese Form einer Knochenhautentzündung ist meist harmlos und klingt nach kühlen Umschlägen und Einreibung mit entzündungshemmenden Salben bald
wieder ab, ebenso der damit verbundene
Schmerz.
Keinesfalls harmlos sind Knochenhautentzündungen
infolge einer Infektion (=
Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren),
entweder hämatogen (= durch Absiedelung aus dem
Blut), iatrogen (=
durch ärztlichen Eingriff verursacht, z. B. Operationen)
oder nach einem Trauma (= Verletzung).
Hinzu kommt das Problem, daß bei einer Knochenhautentzündung häufig auch das Kn ochengewebe (Ostitis) und das Kn ochenmark
(Osteomyelitis)
beteiligt sind.
Eine akute Knochenhautentzündung mit Beteiligung von Kn ochengewebe
und Kn ochenmark geht mit folgenden Symptomen (= Krankheitszeichen) einher:
Zur Therapie der (eitrigen) Knochenhautentzündung
werden nach vorheriger
Austestung hochdosiert Antibiotika gegeben.
Bei Beteiligung von Kn ochengewebe
und Kn ochenmark
ist oft eine radikale Ausmuldung des Kn ochens, Spüldrainage
und Ruhigstellung durch Fixateur externe erforderlich.
Das Problem ist, daß Kn ochengewebe relativ schlecht durchblutet ist, so daß
die körpereigenen Abwehrmechanismen kaum zu Tragen kommen. Aus diesem Grunde kann
eine Knochenhautentzündung durch die weiter schwelende Entzündung
im darunter
liegenden Kn ochen
kaum abheilen, obwohl die Kn ochenhaut
selbst ja einigermaßen gut durchblutet ist. Die schlechte
Durchblutung des Kn ochens behindert natürlich auch eine Antibiotika-Therapie und so kommt es
nicht selten zu einer Chronifizierung (=
langsam, schleichender Verlauf).
Zur Schmerz- und Ursachenbekämpfung im Bereich der
unteren Körperhälfte (von einer Knochenhautentzündung
mit Beteiligung des Kn ochens sind hauptsächlich die
Beine
betroffen, nicht selten auch Scham- oder Sitzbein) eignet sich die längerfristige,
kontinuierliche epidurale
Blockade (=
rücken
mark
nahe) mit Katheter(*siehe
unten).
Diese Methode hat den großen Vorteil, daß es neben der erwünschten
Unterbrechung der Schmerzreizleitung durch gleichzeitige Blockade vegetativer (=
das unwillkürliche Nervensystem betreffende)
Nerven zu einer Sympath ikolyse
(=
Weitstellung der Blutgefäße) und damit
zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung kommt, wie sie systemisch medikamentös (=
durch Arzneimittel, die im ganzen Körper wirken) nicht zu erreichen
ist. In dieser Situation ist es dann äußerst sinnvoll nochmals eine
(ausgetestete) Antibiotika-Behandlung durchzuführen weil jetzt das Antibiotikum
auch die Erreger im Kn ochengewebe
erreicht. In diesem Sinne ist diese
Blockadebehand lung
in diesem Falle geradezu kurativ (=
heilend).
Bei der chronische n Knochenhautentzündung des Unterschenkels des Unterschenkel s können im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetikum) zur Durchblutungsverbesserung auch Lidocain 2% -Injektionen in die A. femoralis (= Beinschlagader) durchgeführt werden (z.B. 2 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 8-12 Stunden über 10 Tage).
Bei einer chronische n Knochenhautentzündung im Bereich des distalen (= weiter entfernt von der Körpermitte) Unterschenkels oder Fuß es bewirkt auch die kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus (* siehe unten) eine kräftige Sympathikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße) und damit eine sehr deutliche Mehrdurchblutung. Der Vorteil dieser Methode ist das geringere therapeutische Risiko.
Im Bereich des Schienbeins ist eine kontinuierliche Blockade des N. femoralis mit Katheter hilfreich (der Endast des N. femoralis, Nervus saphenus versorgt den vorderen Unterschenkel).
Auch bei der (selteneren) aseptischen (= keimfreien, ohne Beteiligung von Erregern), chronischen Knochenhautentzündung sind diese Blockadetechniken hilfreich, da unter eine guten Durchblutung generell entzündliche Prozesse schneller abheilen.
Wenn Schmerzen bei bei einer Knochenhautentzündung längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit (ca. 10 bis 14 Tage) hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Wußten Sie schon,
daß laut Bundesregierung alle gesetzlich krankenversicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst
aussuchen können - Lesen Sie dazu die Ausführungen des Bundesministeriums für
Gesundheit:
http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
(einfach anklicken)
a
Ist eine Rentenversicherung Kostenträger, besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht,
aber:
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen.
Danach hat ein Schmerzpatient
ein Recht darauf, in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden.
Hier
gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik). Mittlerweile gibt es diesbezüglich
zwei weitere Urteile, so vom
Landessozialgericht Hamburg:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2
(Pressekommentar dazu:
https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik)
und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in
nur 23 (!!) Tagen:
www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht1.
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Aktualisiert:>20.05.2008</>
kusb&
S
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Schmerz,
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Stirnschmerzen,
Störung der Durchblutung,
Stumpfschmerzen,
subakromiales Syndrom,
Sudeck Syndrom (http://www.sudeck-syndrom.eu),
Sudeck Knochenatrophie,
Supinator-Syndrom,
Symphysenschmerz,
symptomatischer Gesichsschmerz,
symptomatischer Kopfschmerz,
Syndrom der Symphyse
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<strong>Knochenhautentzündungen</strong> aktualisiert >07.05.2007</> http://www.knochenhaut-entzuendung.de
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